Projekte und Arbeitsgruppen unter dem Namen der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie „Monticola“ sind ausdrücklich erwünscht und können im Rahmen des Möglichen unterstützt werden, z.B. durch Kooperation und Vernetzung von Personen an verschiedenen Orten, Hilfe bei der Fragestellung oder Zugang zu Fachliteratur. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten selbstverständlich in unserer Zeitschrift veröffentlicht werden.

Kontakt:
über die Vorstandschaft

 

Projekt "Alpenkrähe in den Ostalpen"

Aufruf zur Meldung von Beobachtungen der Alpenkrähe ab dem Frühjahr 2016

Flyer Alpenkrähe

Steckbrief Alpenkrähe, Gestaltung: Markus von Däniken, Olten
Begleittext zum Steckbrief (Flyer)

Hier ein Rufbeispiel, Aufnahme von Thomas Lüthi, 18. 06. 2015 in Clare/Irland


Fortsetzung der Alpenkrähen - Studie
Am 24.9.2015 legte Prof. Roland Graf, Leiter der Forschungsgruppe Wildtiermanagement WILMA, Wädenswil/Schweiz, eine Forschungsskizze und Offerte für weiterführende Studien zur Alpenkrähe unserem Verein Monticola sowie den drei beteiligten Parks und der AVK Südtirol vor. Am 10.11.2015 fand eine Telefonkonferenz statt, der am 9.2. und 11.7.2016 zwei weitere folgten.

Ergebnis: Die vorgeschlagenen Studien bestehend aus vier Modulen sollen durchgeführt werden. Start ist mit Modul 1 im September 2016. Die Finanzierung ist soweit sichergestellt, lediglich Details werden noch geregelt. Neuer Partner im Projekt ist der Nürnberger Zoo; weitere Partner sind in Aussicht.

Modul 1: Anwendung der Habitatmodelle der Alpenkrähe im Wallis auf die Ostalpen der Schweiz.

Modul 2: Anwendung der Habitatmodelle der Alpenkrähe im Wallis auf relevante Gebiete der Ostalpen Italiens und Österreichs.

Modul 3: Untersuchung potentieller Winternahrungshabitate in den Ostalpen; Untersuchung der Koprophagenfauna im Kot von Nutztieren.

Modul 4: Koordination und Zusammenarbeit der Forschungsgruppen und Reporting durch WILMA.

Modul 1 wird von September bis November 2016 von Sergio Vignali aus der Arbeitsgruppe um Prof. Raphael Arlettaz, Division Conservation Biology, Institute of Ecology and Evolution, Universität Bern, bearbeitet. Unter Prof. Arlettaz soll auch Modul 3 zwischen September 2016 und Januar 2017 ausgeführt werden.

(J. Denkinger, 25.7.2016)


Graf, Roland & Bitterlin, Lisa (2015): Alpenkrähe in den Ostalpen – Vorstudie im Hinblick auf ein Artenförderprojekt.
Forschungsgruppe Wildtiermanagement WILMA
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW
Unveröffentlichter Bericht, Wädenswil (Schweiz), 27 S.

Der vollständige Bericht ist in Heft 107/2015 unserer Zeitschrift erschienen (mit englischer Zusammenfassung). Er enthält u. a. Informationen zu folgenden Aspekten:
 
  - Ökologische Ansprüche der Alpenkrähe (Literaturstudium)
  - Historische Entwicklung der Verbreitung und des Bestands der Alpenkrähe in den Ostalpen
  - Kenntnis der Aussterbensgeschichte in den Ostalpen (Rückgangsursachen)
  - Bestandssituation in den nächsten, heute noch bestehenden Populationen
  - Genetische Ausstattung der ausgestorbenen Population und mögliche Quellpopulationen
  - Analyse früherer Aussetzungen

Die gewonnenen Erkenntnisse werden im Hinblick auf ein mögliches Förderprojekt diskutiert. Offene Fragen bestehen besonders im Bereich der Habitatansprüche der Alpenkrähe; von daher empfehlen die Autoren Reproduktion und Überleben in der Westalpenpopulation eingehend zu untersuchen. Diese Studien könnten auf die Ostalpen übertragen werden und in einem späteren Schritt zu Fördermaßnahmen führen.

(04.07.2015)

______________________________

Erklärtes Ziel von MONTICOLA - Internationale Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie e.V. ist u. a. die Förderung der ornithologischen Forschung im Alpenraum und der Vogelschutz (Statuten § 2, Absatz 1). Gestützt auf diesen Vereinszweck und vor dem Hintergrund des Verschwindens der Alpenkrähe als Brutvogel in den Ostalpen, hat der Vorstand ein Projekt zur Förderung des bedrohten Alpenvogels ins Leben gerufen. Bei der Mitgliederversammlung am 13.6.2014 im österreichischen Kaunertal stieß das Vorhaben auf breite Zustimmung. In einer ersten Phase sollen die Rückgangsursachen analysiert werden; je nach Resultat sind danach weitere Studien geplant.

In ersten Vorgesprächen konnten der Natur- und Tierpark Goldau (Schweiz), der Alpenzoo Innsbruck-Tirol (Österreich) und der Tierpark Dählhölzli Bern (Schweiz) als Partner gewonnen werden. Im Auftrag dieser Organisationen und von MONTICOLA erstellte die Forschungsgruppe Wildtiermanagement WILMA der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) unter der Leitung von Prof. Dr. Roland Graf eine Forschungsskizze "Alpenkrähe in den Ostalpen" für eine Vorstudie. Die Ausführung dieser Studie wurde im Juli 2014 bewilligt. Alle vier Partnerinstitutionen haben sich an der Finanzierung beteiligt. Die Ergebnisse der Vorstudie werden im Frühjahr 2015 erwartet.

Die Alpenkrähe gilt in Europa als verletzlich (Maumary et al. 2007), in der Schweiz als stark gefährdet (Keller et al. 2010). In den Ostalpen (Graubünden und Österreich bis Slowenien) gilt sie als ausgestorbener Brutvogel.

(J. Denkinger, 01.11.2014)

Alpenkrähe (Foto Sonnenschein)

Alpenkrähe in einem spanischen Tierpark